Endlose Reinigungsmittelregale in den Supermärkten und die uns immer umgebende Werbung vermitteln uns, man bräuchte für jede Anwendung ein extra Reinigungsprodukt. Badreiniger, Glasreiniger, WC-Reiniger, Scheuermilch, Fliesenputzmittel, Teppichreiniger, Desinfektionsmittel, Kalkentferner, Weichspüler, usw. kommen alle in Plastikverpackungen daher und belasten nicht nur den Geldbeutel, sondern vor allem auch die Umwelt.

Aggressive chemische Reiniger, Schränke voller Putzmittel und giftige Mittelchen sind einfach überflüssig. Mit einfachen Hausmitteln wie Essig, Zitronensäure, Soda, Natron, Kernseife, usw. kann man fast alle Reinigungsmittel ersetzen. Es spart viel Plastikmüll und Geld – und schont gleichzeitig Gesundheit und Umwelt.

Hier ein paar Herstellungs- und Anwendungsbeispiele, zahlreiche weitere findet man auf einschlägigen Seiten im Internet.

Essig meint immer: Weißer Haushaltsessig, mit einem Säuregrad von etwa 5 %.

Essigessenz (25% Säure) muss entsprechend stark verdünnt werden: Ein Teil Essigessenz + vier Teile Wasser = Essig.

Essig bzw. Essigessenz und Zitronensäure eignen sich besonders gut zum Entkalken oder zum Reinigen von Bügeleisen, Wasserkochern, Kaffeemaschinen, Spülbecken, Wasserhähne usw.

Im Wasserkocher eine 1:1 Essig-Wasser-Lösung aufkochen und dann einige Minuten einwirken lassen. Anschließend den Wasserkocher gut mit klarem Wasser ausspülen. Diese Lösung eignet sich auch für Kaffeemaschinen: einfach genauso verwenden wie chemische Entkalker. Wenn Essigessenz verwend wird, muss diese entsprechend stärker verdünnt werden (etwa ein Teil Essigessenz auf neun bis zehn Teile Wasser).

Den Duschkopf legt man zum Entkalken am besten in eine Schüssel mit verdünntem Essig.

Auch Waschmaschine entkalken geht mit Essig: Einfach circa einen halben Liter ins Waschmittelfach geben und die Maschine bei 30 oder 40 Grad leer durchlaufen lassen.

Eine 1:1 Essig-Wasser-Lösung ersetzt übrigens auch Glasreiniger. Einfach in eine Sprühflasche füllen und genauso verwenden wie herkömmlichen Glasreiniger.

Weißer Haushaltsessig oder verdünnte Essigessenz kann außerdem Weichspüler ersetzen. Einfach bei jedem Waschgang ein wenig Essig ins Weichspülerfach geben. Der Essig löst nicht nur Kalkablagerungen in der Maschine, er wirkt auch als Wasserenthärter und löst Waschmittelreste aus der Kleidung. Das macht die Kleidung weich und erhält die Farben.

Für weiße Wäsche (nur für weiße Wäsche!) kann auch Zitronensäure als Weichspüler verwendet, da Zitronensäure leicht bleichend wirkt.

Ein effektiven Allzweckreiniger mit Essig stellt man folgendermaßen her: Schalen von Zitrusfrüchten (Zitronen, Orangen, Grapefruits…) kommen in ein verschließbares Glas, das mit Essig aufgefüllt wird. Das Ganze zwei Wochen stehen lassen, dann durch ein Sieb gießen und den Essig 1:1 mit Wasser verdünnen. Nun noch ein paar Tropfen ätherische Öle für den Duft und man kann den Universalreiniger zum Gebrauch in eine Sprühflasche füllen. Im Internet finden sich für besondere Anwendungen zahlreiche weitere Rezepte, z.B. mit der Zugabe von Natron, Soda oder Kernseife.

Nicht verwechseln sollte man Natron (Natriumhydrogencarbonat) mit Soda (Natriumcarbonat).

Natronpulver ist im Handel als Kaiser Natron, Bullrich-Salz oder Natriumbicarbonat erhältlich und ein Bestandteil von Backpulver.

Soda dagegen wird meistens unter dem Namen Waschsoda oder Reine Soda verkauft.

Natron ist günstig, leicht zu bekommen und meist in Papier statt Plastik verpackt. Wer versucht, ökologisch zu putzen, sollte daher auf jeden Fall Natronpulver im Schrank stehen haben. Es kann industrielle Allzweckreiniger, Spülmittel, Backofensprays und viele weitere chemische Putzmittel einfach ersetzen und auf diese Weise viel Gift und Müll sparen.

Für einen effektiven Allzweckreiniger löst man 2 Teelöffel fein geraspelte Kernseife in ca. einem halben Liter warmen Wasser auf. Jetzt 2 Teelöffel Natronpulver und ein paar Spritzer Zitronensaft hinzufügen. Nach dem Abkühlen kann man bei Bedarf noch ein paar Tropfen ätherisches Öl für den Duft hinzugeben und erhält ca. 500ml Allzweckreiniger.

Für Geschirrspülmittel: etwa 10 Gramm Kernseife fein raspeln und in 100 Milliliter warmen Wasser auflösen, einen Teelöffel Natronpulver dazugeben und bei Bedarf einige Tropfen ätherisches Öl. In eine leere Spülmittel-Flasche füllen, mit Wasser auffüllen, gut schütteln, fertig.

Polstermöbel, Teppiche und Autositze: feinkörniges Natronpulver auf das Möbelstück streuen, über Nacht einwirken lassen und am nächsten Tag absaugen.

Backofenreiniger: Das Natronpulver 1:1 mit Wasser mischen und die Paste auf die Verschmutzungen im Backofen geben. Einige Stunden einwirken lassen, dann mit dem Schwamm abschrubben und mit klarem Wasser nachwischen. Geht genauso mit eingebrannten Töpfen, Pfannen oder Backblechen.

Auch Fugen reinigen in Bad oder Küche kann man mit Natronpulver. (Achtung: Nicht für Silikonfugen verwenden!) Drei Esslöffel Natronpulver mit einem Esslöffel Wasser und einem Teelöffel Essigessenz mischen, dann die Paste mit einer alten Zahnbürste in den Fugen verteilen. Ein paar Stunden einwirken lassen, dann mit der Zahnbürste abschrubben und feucht nachwischen.

Verstopfte Abflüsse reinigt man mit Natron und Essig oder mit Soda und Essig: zwei Esslöffel Pulver direkt in den Abfluss geben, eine halbe Tasse Essig direkt hinterhergeben, gut einwirken lassen und anschließend mit viel Wasser nachspülen.

Auch Deo ohne Aluminium kann man mithilfe von Natron ganz einfach selber machen. Im Prinzip braucht man dazu nur Natronpulver und Wasser, sowie ein paar Tropfen ätherisches Öl.

Soda (Natriumcarbonat) eignet sich als Putz-, Spül- und Waschmittel, es entfernt Fett, Flecken und selbst hartnäckige Verschmutzungen. Unter der Bezeichnung Waschsoda oder Reine Soda findet man es im Handel (nicht mit Speisesoda= Natron! verwechseln)

Das alte Hausmittel ist richtig angewandt ein sehr effektives Reinigungsmittel, doch sollte man seine Haut und Schleimhäute schützen, längeren Hautkontakt vermeiden, weder Soda-Staub noch Dämpfe einzuatmen und das Mittel nicht in Augen, Nase oder Mund bekommen.

Fettflecken und sonstige hartnäckige Verschmutzungen kann man mit Soda aus Kleidung entfernen. Aber Achtung: Soda wirkt bleichend, deshalb nur mit weißer/heller Kleidung verwenden. Auch empfindliche Stoffe aus Seide oder Wolle sollte man besser nicht mit Soda-Lösung behandeln.

Zur Vorbehandlung: ein Esslöffel Soda auf einen Liter Wasser, damit den Fleck bestreichen.

Graue Wäsche wird wieder weiß, wenn man eine Lösung aus ein bis zwei Esslöffeln Soda auf zehn Liter Wasser herstellt und die Wäsche darin einweichen lässt.

Kombiniert mit Zitronensäure, Kernseife und Wasser kann man aus Soda auch ein einfaches Flüssigwaschmittel herstellen.

Abflussreiniger: Einfach vier Esslöffel Pulver in den verstopften Abfluss geben und circa eine halbe Tasse Essig hinterherkippen. Einige Minuten stehen und einwirken lassen und dann mit viel heißem Wasser nachspülen.

Für eingebrannte Töpfe, Pfannen und Backbleche: Circa einen Esslöffel Sodapulver auf einen Liter Wasser in den Topf geben und kurz aufkochen (bzw. die heiße Lösung auf das Backblech leeren). Dann so lange einwirken lassen, bis sich die Verschmutzungen leicht mit dem Schwamm ablösen lassen. Auch Backofen und Dunstabzugshaube kann man mit dieser Soda-Lösung säubern.

Um Spülmittel herzustellen muss man etwas neutrale, duftstofffreie Seife (Kernseife oder zum Beispiel Olivenölseife) fein raspeln und mit kochendem Wasser und Sodapulver mischen.

 

Alle Rezepte, Tipps und Anregungen ohne Gewähr und auf eigene Gefahr.

 

Weitere Infos: https://www.smarticular.net/ , https://utopia.de , https://www.ichlebegruen.de , https://www.vital.de/ , https://www.ecowoman.de , u.a.